Smart Cities: So sieht die Zukunft der Innenstädte aus

Autor: Lukas
Lesedauer: 5 Minuten

Zeit, einen Schritt weiterzudenken. Die Corona-Pandemie zeigt auf, was traditionelle und teils veraltete Konzepte, Abläufe und Techniken in der Stadtplanung mit sich bringen: Eine ganze Menge Frust. Durch die Krisensituation waren viele Branchen, Institutionen und Abteilungen dazu gezwungen, quasi aus dem Stand heraus neue Konzepte und Lösungen aus dem Boden zu stampfen. Nach und nach bemerkte man dann, wie rückständig und generalüberholt die eigenen Strukturen und Arbeitsmethoden waren und wie viel kreatives Umdenken bewirken konnte. Die lang ersehnte und mit allen Mitteln hinausgezögerte Umsetzung der Digitalisierung kam, wenn auch nur schleppend, endlich in Schwung. Mit der Zeit erkannte man Alternativen, die den Alltag in einer Welt mit Corona vereinfachten. Während sich in den letzten Jahren alles darum drehte, mit den andauernden Konsequenzen und Herausforderungen umzugehen, wird es langsam, aber sicher jedoch Zeit, die Perspektive zu ergreifen. Denn eines ist sicher: Die Zukunft braucht mehr innovativen Raum.

Smart City: Zukunft deutscher Innenstädte
Zeit, eine neue Perspektive zu wählen. Bild: ©7places.

Was bedeutet „Smart City“ eigentlich?

Gibt man den Suchbegriff in die Suchmaschine ein, findet man zahlreiche Definitionen. Die EnBw beispielsweise versteht unter dem Sammelbegriff auf ihrer Website eine Beschreibung für „[…] Ideen und Konzepte […] urbane[r] Räume, mit denen Städte durch Einsatz moderner Technologie effizienter und damit klimaschonender sowie lebenswerter werden sollen.“ Dabei steht vor allem die Digitalisierung der verschiedenen Institutionen und Infrastrukturen im Vordergrund. Das bietet Raum für neue Lebensstile. Smarte Systeme im Stadtbild sorgen für Multifunktionalität und Vernetzung. So werden zeitgemäßes Agieren und mehr Wissenstransfer ermöglicht.

Was gibt es zu beachten, wenn wir für die Zukunft planen?

Die Klimakrise, ein rückständiger Bildungs- und Gesundheitssektor, öffentliche Verwaltungen, die immer noch Faxnummern besitzen. All das sind Probleme, die in herkömmlicher Form ein Problem für die Zukunft darstellen werden. Die Antwort darauf ist ein ganzheitlich, in sich selbst funktionierender Organismus, der durch das Herzstück, die Innenstadt getragen wird: Die Smart City. Den Grundstein für ein miteinander vernetztes Ökosystem bildet das E-Governance, aus dem dann weitere Netzwerke entstehen.

Für den Energiehaushalt einer Stadt werden neue Maßstäbe gesetzt. Dabei ist es nicht nur wichtig, nachhaltige Energie zu verwenden, sondern auch, sie so effizient wie möglich zu nutzen. Institutionen der Bildung können nur durch digitale Grundsanierung gerettet werden. Durch den dynamischen Wechsel von Home Office und Präsenzveranstaltungen zeigten sich auf brutalste Weise die teilweise fragwürdigen Defizite bei digitaler Bildung und technologischer Ausstattung des Branchenbereichs. Das Gesundheitswesen muss flexibler gestaltet werden, damit es auf spontane Ereignisse entsprechend reagieren kann. Der Schlüssel des Ganzen ist die Umgestaltung der Räumlichkeiten. Co-Spacing und Smart Offices bieten die nötige Abwechslung, die die Leute auch zukünftig in die Büros locken soll. Neuer und erschwinglicher Wohnraum wird benötigt. Gleichzeitig muss er nachhaltig und komfortabel gestaltet sein, schließlich muss es sich wieder lohnen in die Stadt zu ziehen. Dabei kommt es vor allem auf effiziente Raumnutzung an. In teuren Städten wie Stuttgart können sich den Wohnraum nach wie vor nur Menschen mit einer überdurchschnittlichen Bezahlung leisten. Malls und Einkaufsstraßen sterben aus, Läden in der Innenstadt müssen mit neu gedachten Ideen und einzigartigen Angeboten überzeugen.

Smart City-Konzept am Beispiel Schaufenster Karlsruhe
Neue Ideen und einzigartige Angebote, wie das #Schaufensterkarlsruhe, sollen die Innenstädte neu beleben. Bild: ©7places.

Das sind die Vorteile der Smart Cities

Das Konzept der Smart Cities soll vor allem eines: Die Stadt neu erfinden. So können zum Beispiel auch Gemeinden und Kommunen in die Stadtentwicklung mit einbezogen werden. Ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz verbindet die verschiedenen Lebensbereiche, die im Herzstück der City – der Innenstadt -zusammengeführt werden. Das schafft eine diverse Stadtgesellschaft. Ebenfalls können die Konzepte dabei helfen, Nachhaltigkeitsziele der EU zu erreichen. Die Einsparung von Ressourcen und die Steigerung von Effizienz tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei. Mit Smart Buildings und Smart Homes können jeweils bis zu 20 % des Energiebedarfs in Städten vermieden werden. Ziel einer Smart City ist es, die Vielfalt zu erhalten, neue Leistungsfelder und Businessmodelle zu schaffen und parallel alles miteinander zu vernetzen. Dadurch kann der Umsatz durch Angebote und Dienstleistungen gesteigert werden und die Lebensqualität in der Stadt der Zukunft erheblich verbessert werden.

Smart City Strategie mit der 7places App in Erfurt
Mehr Lebensqualität durch Smart City Konzepte. Bild: ©7places.
Smart City: Innovative Apps als digitale Begleiter
Auch der Einzelhandel kann durch die Modernisierung profitieren. Bild: ©7places.

Wie funktioniert eine Smart City?

Durch digitale Vernetzung werden genauere Planungen und neue Wege bei der Stadtentwicklung ermöglicht. Dies sorgt für kosten- und energieeffizienten Datenverkehr, wodurch neue Wege für digitale Bildung, Arbeit und Kommunikationstechnologien entwickelt und der Service für die Menschen durch die Umsetzung von Smart-Governance-Konzepten modernisiert werden können. Mehr dazu im Blogbeitrag über die Zukunft digitaler Arbeitsweisen von 7 Places. Auch im Gesundheitssektor und in der Mobilität sorgen aufeinander abgestimmte Technologien für eine bessere Versorgung. Der Einzelhandel profitiert ebenfalls nachhaltig durch diese Modernisierung.

Was macht eine Stadt lebenswert?

Oft kommen verschiedene Orte auf der ganzen Welt infrage, um den Aspekten einer lebenswerten Stadt in verschiedenen Bereichen gerecht zu werden. Eine Smart City soll alle Aspekte miteinander vereinen, so von bereits lebenswerten Konzepten lernen und diese auf sich abgestimmt optimieren und in die verschiedenen Lebensbereiche eingliedern. Dann ergeben sich neue Chancen, das Stadtbild aktiv mitzugestalten und zu verbessern. Kommunikation ist dabei wesentlicher Bestandteil und wird dank neuer Ideen attraktiver und effizienter gestaltet. Smart City Konzepte sollen hier unterstützend mitwirken und zu einer entscheidenden Quelle von Informationen und Daten bei der Umsetzung von Projekten werden. Stadtbesuche müssen durchdachter gestaltet werden. Damit attraktive Angebote geschaffen werden können, braucht es unter anderem entsprechende Handelskonzepte in der Innenstadt, die auch dem Online-Handel trotzen können. Ein Besuch in der Gastronomie muss sich durch Exklusivität und überzeugenden Service, wie beispielsweise Live-Events, oder auch moderner Infrastruktur vom herkömmlichen Lieferservice abheben können. Durch die digitale Transformation wird das Betreiben eines Restaurants ebenfalls gewinnbringender und so interessanter für Gewerbetreibende.

Smart Cities bringen neue digitale Produkte hervor
Smart City Konzepte sorgen für eine aktive Mitgestaltung. Bild: ©7places.

Intelligente Projekte in einer Smart City

Mit „Self-Driving Vision 2030“ kündigte die Stadt Seoul in Südkorea Ende November 2021 an, die Infrastruktur für autonome Fahrzeuge in der Stadt bis 2026 zu errichten. Bis 2030 soll Seoul laut Bürgermeister Oh Se-hoon dann zu einer Future City mit autonomem Fahren werden. Auch in Deutschland rückt die Smart City immer mehr in den Fokus. Dazu wurden im Sommer 2021 unter dem Motto „Raus aus der Krise: Raum für Zukunft“ 28 Modellprojekte von der Bundesregierung bekannt gegeben.

Auch wir möchten unseren Beitrag zu den Smart Cities in Deutschland leisten und so die Zukunft des Landes aktiv mitgestalten. Dazu haben wir bereits in Karlsruhe aus einer gewöhnlichen Touristinformation die innovativste Touristinformation Europas geschaffen. Wo sich die Besucher und Bewohner der Stadt früher mit Prospekten und Informationstafeln zu den Sehenswürdigkeiten und aktuellen Events informiert haben, können sie heute am digitalen Marktplatz oder dem Smart Table gezielt nach Points of Interest suchen und besonders interessante Angebote per QR-Code speichern und auf ihrem Smartphone mit auf ihre Entdeckungsreise durch die Stadt nehmen.

Das Erlebnisportal Thüringen zielt durch die Vernetzung des gesamten Bundeslandes Thüringen in einer Ausstellung ebenfalls klar auf das Thema Smart City ab. Die Ausstellung anlässlich der BUGA 2021 in Erfurt dient als Knotenpunkt für die Entdeckungsreise der Besuchenden durch ganz Thüringen. Die Ziele der Ausstellung sind es, den Besuchenden auf den Punkt gebracht zu übermitteln, was Thüringen ausmacht und durch die Vorstellung verschiedener Angebote zum Erkunden einzuladen. Mit Projekten dieser Art leisten wir einen kleinen Beitrag dazu, die deutschen Städte ein kleines bisschen mehr zum Ziel Smart City zu bringen. Denn die Zukunft braucht mehr innovative Räume.

Interesse, die eigene Stadt zur Smart City zu machen? Wir unterstützen euch gerne bei der Konzeption und Umsetzung des nächsten Leuchtturmprojektes bei euch vor der Haustür. Schreibt uns dazu einfach unter info@7places.de.

Touristinformation Karlsruhe: Erste Schritte zur Smart City
Die Tourisinformation in Karlsruhe ist nur eines der zahlreichen Beispiele für die Umsetzung der Modernisierung. Bild: ©7places.
Erlebnisportal Thüringen: Digitale Elemente sorgen für Smart City-Atmosphäre
Digitale intuitiv gestaltete Elemente laden zum Erkunden ein. Bild: ©7places.

Wie Smart Cities zu Metaverse Cities werden

Wer sich in letzter Zeit über das Metaverse informiert hat, wird vielleicht unter anderem auf die Präsentation von Facebook und deren Vorstellungen eines solchen gestoßen sein. Doch das Konzept hat sehr viel mehr Potenzial als nur das einer virtuellen Plattform für Freizeitgestaltung. Dabei geht es vor allem um die Kreation virtueller Spaces, die einen Mix aus realer und virtueller Welt erzeugen sollen. Hierbei kommen Smart Cities ins Spiel. Das Metaverse wird ein neues Umfeld für verschiedene Interaktionen und somit das neue Ziel, das es für Städte und Staaten zu erreichen gibt. Smart Cities sind Learning Cities, die sich durch moderne Technologien, wie beispielsweise dem Internet of Things (IoT) stetig weiterentwickeln werden. Je mehr Daten und Informationen verarbeitet werden können, umso smarter werden die Städte. Durch das Metaverse gewinnen auch sogenannte Digital Twins zunehmend an Bedeutung. Während sie zum jetzigen Zeitpunkt nur ein virtuelles Abbild einer Stadt darstellen, könnten sie durch das Metaverse zu einer lebensnahen 3D-Experience werden, die ein virtuelles Bewegen durch die Innenstadt ermöglichen würde. Die Überschneidung virtueller und realer Welten wird den Alltag und das Leben in den Städten vereinfachen und kann so für mehr Zeit und Lebensqualität sorgen. Wie bereits in den 90er-Jahren stehen wir kurz davor neue Welten zu erschaffen. Dabei ist es vor allem wichtig, dass verschiedene Akteure dieses Potenzial frühzeitig erkennen und sich aktiv an dieser Entwicklung beteiligen. Nur so können Vielfalt und Unabhängigkeit im Metaverse garantiert werden.

Smart City in Erfurt: Vernetzung des gesamten Bundeslandes
In Erfurt laden intuitive Räume zum Entdecken ein. Bild: ©7places.

Technologie in der nachhaltigen Stadtentwicklung

Damit Smart Cities funktionieren können, sind sie auf zukunftsorientierte Technologien angewiesen. Sie bilden den Kern der Städte und ermöglichen den Besuchenden ein reibungsloses Stadterlebnis. Die grundlegende Voraussetzung hierfür ist der Ausbau des E-Governments. Digitale Abläufe und Services innerhalb der Stadt können so beispielsweise durch eine einheitliche Zugangsplattform ermöglicht werden. Hier können dann Daten wie die Steuererklärung, die digitale Identität oder auch die E-Signature datenschutzkonform und sicher zusammengetragen werden und so ein effizienteres Arbeiten ermöglichen. Ziel dabei ist es, die öffentliche Verwaltung an die digitale Welt anzuschließen und ein zentral funktionierendes System für Daten und Dienste zu schaffen. Für die notwendige Vernetzung werden bessere Glasfasernetze und ausreichende Kapazitäten in der Infrastruktur von Datenübertragungen und Internetzugang benötigt. So muss etwa auch die Ausstattung an Schulen und im Gesundheitswesen entsprechend modernisiert werden. Hierfür werden vor allem IT-Experten und neue interaktive Plattformen zur Übermittlung von Lerninhalten und Informationen benötigt. Künstliche Intelligenz (KI) und Augmented Reality (AR) können ebenfalls für innovative und unterstützende Leistungen sorgen. Das sogenannte „Immensive Learning“, bei dem realitätsnahe Simulationen und Schulungen in einer virtuellen Umgebung vermittelt werden, oder auch KI-basierte Diagnosesysteme sind nur einige Anwendungsbeispiele. Eine funktionierende Eingliederung der Systeme garantieren qualifizierte Arbeitskräfte mit entsprechender Aus- und Fortbildung.

7places App: Ein Schritt zum Ziel Smart City
Regionale Apps sorgen für frischen Wind und effektive Vernetzung während einem Stadtbesuch. Bild: ©7places.

Auch einfache Services, wie Online-Terminbuchungen und Telemedizin können durch digitale Angebote, wie Gesundheitsplattformen ermöglicht werden. Mit Technologien wie Virtual Reality (VR) können Emotionen effizienter vermittelt werden. Reisebüros können dann ihren Kundinnen und Kunden eine klare Vorstellung des nächsten Urlaubs bieten. Regionale Apps, Lebensmittel-Lieferdienste und intelligente Verkaufsautomaten stärken die digitale Kompetenz des Einzelhandels und können das Angebot und die Verkaufsstrategien durch Datenverarbeitung erweitern. So kann auch ein 24/7-Service ermöglicht werden. Sharing-Konzepte können das Verkehrsaufkommen in den Städten reduzieren. Autonomer öffentlicher Personennahverkehr (ÖPVN) erweist sich als effizienter und attraktiver und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Die Sicherheit von IoT-Geräten wird immer wichtiger. Dabei spielen der Schutz vor Manipulation von Messstationen und -systemen eine wichtige Rolle. Wie intelligente Sicherheits- und Überwachungskonzepte für Smart Cities aussehen können, zeigt das Team von Smart City Solutions. Der Telekommunikationsanbieter sorgt mit mehreren Partnerorganisationen unter anderem für zukunftsfähige Technologien im IoT-Bereich. Mit Technologien wie Smart Heating und Smart Lighting oder auch Predictive Maintancance und Indoor-Navigation kann die Energie- und Kosteneffizienz eines automatisierten Gebäudes gesteigert werden.

Podcasts zum Thema Smart City

Für weitere Informationen zum Thema Smart City empfehlen wir folgende Podcasts:

ZEIT für Klima – Smart City

The Future City Podcast – Ep. 42: The space-based city by Michael McCormack

Smart and the City

City Transformers – Ep. 07: Was ist denn der Kern von Smart City eigentlich?

Hört auch unseren Podcast zum Thema innovative Räume mit Katharina Aguilar an.

Unsere Produkte und Services

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